IN der Stadtratssitzung am 10. Dezember 2025 wurde über den Entwurf der Fortschreibung des Nahverkehrsplanes der Stadt Weimar befunden.
Im Dezember 2025 brachte der Ortsteilrat einen Änderungsantrag im Stadtrat auf den Weg. Wir wollen, dass unser Bussystem in Weimar flexibler auf die tatsächlichen Bedürfnisse nach Mobilität im ÖPNV insbesondere unserer Senioren abgestimmt wird. In unserem Änderungsantrag zur Drucksache 2025/224/V: „Einrichtung eines Rufbussystems in Weimar“ reagieren wir auf den vorgelegten Entwurf der Stadtverwaltung. Auf dieser Webseite erfahren Sie, welche Neuerungen es in der Fortschreibung des Nahverkehrsplanes für unseren Ortsteil gibt: viel Positives. Aber insbesondere das Wohngebiet “Am Alten Flughafen”, wo viele Senioren leben, ist vom Busverkehr abgeschnitten. Die neue Bushaltestelle am Lindenberg können die meisten aufgrund ihrer Behinderungen fußläufig nicht erreichen.
Unser Antrag wurde zwar im Stadtrat abgelehnt, aber eine daraufhin erfolgte Stellungnahme des zuständigen Dezernats hebt hervor, dass die Umsetzung eines solchen Rufbussystems zeitgleich mit der Umsetzung der Liniennetzüberplanung (ab September 2027) vorgesehen ist. Insbesondere könne “die Aufnahme des Quartiers ‘Am Alten Flughafen’ in das Bediengebiet geprüft werden”. Der Ortsteilrat wird den Prozess beobachten und begleiten.
Erfahren Sie hier Näheres über den Nahverkehrsplan und unser Anliegen dazu (Textfelder bitte jeweils ausklappen):
Änderungsantrag des Ortsteilrates
Änderungsantrag des Ortsteilrates zur Drucksache 2025/224/V: „Einrichtung eines Rufbussystems in Weimar“ vom 5.12.2025 zur Stadtratssitzung am 10.12.2025
Der Stadtrat beschließt:
Der Oberbürgermeister wird beauftragt, den Entwurf des Nahverkehrsplans an geeigneter Stelle durch folgenden Passus oder eine sinngemäß entsprechende Formulierung ergänzen zu lassen, die den Sachverhalt inhaltlich korrekt wiedergibt: „Im Zeitraum 2026-2027 wird ein Rufbus eingerichtet, mit dem der Bedarf an öffentlichem Nahverkehr insbesondere in Wohngebieten, in denen Seniorinnen und Senioren in Seniorenheimen, Seniorenwohnprojekten o.ä. leben, abgedeckt werden soll. Dafür wird ein Betriebskonzept entwickelt, was z.B. die Art und Weise der Bedarfs- bzw. Fahrgastanmeldung, die Routenführung und ggf. Anbindung an eine App erfasst.
Nach einer Jahresfrist sollen die konkreten Bedarfe, das Nutzungsverhalten und weitere Parameter, die der Ermittlung von Schwachstellen dienen, evaluiert und das Konzept entsprechend optimiert werden. Nach einem weiteren, erfolgreichen, Einsatzjahr wird das Angebot verstetigt und findet Eingang in die nächste Fortschreibung des Nahverkehrsplanes.“
Begründung:
Für den Ortsteil Oberweimar-Ehringsdorf muss mit der Neubetrachtung des Einsatzes eines Rufbusses für das Senioren-Service-Wohnen Am alten Flughafen in Oberweimar das Liniennetz angepasst werden. Die dort lebenden Senioren sind entgegen der Zusagen bezgl. der Einrichtung einer Haltestelle während des Baues des Wohngebietes vom öffentlichen Nahverkehr abgeschnitten - die neue Bushaltestelle am Lindenberg können die meisten aufgrund von Gehbehinderungen fußläufig nicht erreichen.
Der Behindertenbeirat hat bezgl. des Anschlusses der Quartiere mit hoher Dichte an Seniorenwohnprojekten und -heimen Rufbusse als Lösungsvariante zum geplanten Entfall der Bushaltestellen in der Tiefurter Allee und deren Verlegung in die Jenaer Straße beantragt, wo ansonsten das Seniorenheim Seebachstift mit zahlreichen Bewohnern und auch die Beförderung von Schülern mit Handicap in der Schule in der Tiefurter Allee nicht abgesichert wäre. Ein Rufbus kann hier hoffentlich die neue Situation kompensieren, für das Senioren-Service-Wohnen Am alten Flughafen würde sich die Lage deutlich verbessern. Ein Probebetrieb wäre sinnvoll und würde den tatsächlichen Bedarf ermitteln.
Einordnung des Änderungsantrages durch das Dez. 3 - Stellungnahme
Der Ortsteilrat Änderungsantrag zu DS 2025/224/V: „Einrichtung eines Rufbussystems in Weimar“
Wortlaut: „Im Zeitraum 2026-2027 wird ein Rufbussystem eingerichtet, mit dem der Bedarf an öffentlichem Nahverkehr insbesondere in Wohngebieten, in denen Seniorinnen und Senioren in Seniorenheimen, Seniorenwohnprojekten o.ä. leben, abgedeckt werden soll. Dafür wird ein Betriebskonzept entwickelt, was z.B. die Art und Weise der Bedarfs- bzw. Fahrgastanmeldung, die Routenführung und ggf. Anbindung an eine App erfasst. Nach einer Jahresfrist sollen die konkreten Bedarfe, das Nutzungsverhalten und weitere Parameter, die der Ermittlung von Schwachstellen dienen, evaluiert und das Konzept entsprechend optimiert werden. Nach einem weiteren, erfolgreichen, Einsatzjahr wird das Angebot verstetigt und findet Eingang in die nächste Fortschreibung des Nahverkehrsplanes.“
Einordnung des Änderungsantrags:
Es wird davon ausgegangen, dass sich der Änderungsantrag auf das Kapitel 5.2. „Potenziale flexibler Bedienformen“ bezieht und mit dem Begriff „Rufbussysteme“ ein nachfragegesteuertes Angebot ohne Fahrplan und festem Linienverlauf beschrieben wird, welches auch zusätzliche Haltepunkte bedienen kann.
Die Umsetzung eines solchen Rufbussystems ist zeitgleich mit der Umsetzung der Liniennetzüberplanung (ab September 2027) vorgesehen, da sich hier Synergien
ergeben. Ein vorgezogener Probebetrieb im Parallelverkehr zum bestehenden System scheint aus verschiedenen Gründen nicht sinnvoll:
- Erkenntnisse zu Nachfrage/Auslastung/etc. lassen sich nicht auf das System nach der Liniennetzüberplanung übertragen, neu eingerichtete Angebote brauchen mind. 3 – 5 Jahre, um sich zu etablieren
- Ein paralleles System würde zusätzliche Ressourcen kosten (z.B. weitere Fahrerinnen und Fahrer) und Nachfrage aus dem regulären Linienverkehr verlagern → Tiefurter Allee soll bis Sept. 2027 weiterhin durch Linie 9 bedient werden
- Die Stadtwirtschaft evaluiert ihren Busbetrieb fortlaufend, auch eine Evaluation des Rufbuskonzepts wird nach Anlauf des Betriebs erfolgen.
- Das im vorliegenden NVP 2026 – 2030 beschriebene Rufbussystem hat zum Ziel in Zeiten und/oder Räumen mit geringer Nachfrage, wenn ein regulärer Linienbetrieb ineffizient ist, eine Anbindung zum Zentrum oder Verknüpfungspunkten zu bieten. Ein stadtweites Rufbussystem mit Fokus auf Seniorenwohnen würde ressourcenintensive Parallelstrukturen schaffen.
Situation Senioren-Service-Wohnen Am Alten Flughafen: Außer der Haltestelle „Am Lindenberg“ (stadteinwärts) war nie eine weitere Haltestelle im Gebiet geplant. Die Dimensionen der Straßen „Am Alten Flughafen“ und „Baumschulenweg“ sind für den Anliegerverkehr ausgelegt. Die Befahrung mit einem Linienbus ist auch auf Grund der bestehenden Fahrbahnbreite nicht möglich. Dies war allen Projektträgern bekannt, ehe sie mit der Realisierung ihres Projektes begonnen haben. Eine Bedienung mit einem Kleinbus wäre grundsätzlich möglich, wenn ein gesichertes Abbiegen vom Baumschulenweg auf die B7 ermöglicht wird. Im Kontext der Einführung eines flexiblen Rufbusverkehres kann die Aufnahme des Quartiers in das Bediengebiet geprüft werden.
